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Diözesanbischof Dr. Kurt Krenn von St. Pölten

 

Inaugurationsvortrag in Lemberg am 16. Oktober 2000

Wir dürfen uns freuen, wenn es gelingt, in großen Stunden der Geschichte auch treffliche Worte und verbindende Gedanken zu finden. Im Heiligen Jahr der Erlösung 2000 feiert die Erzdiözese Lemberg einen mutigen Schritt im pastoralen Wiederaufbau.

Ich danke dem Metropoliten Marian Jaworski für die Einladung zu dieser festlichen Stunde, in der ich das Wort ergreifen soll. Gerne folge ich dieser liebenswürdigen Einladung als Mitbruder, Kollege und Freund Ihres verehrten Erzbischofs.

Als Rektor Prof. Jaworski zum Bischof in Krakau geweiht wurde, wer hätte damals gedacht, daß es für ihn eine Rückkehr nach Lemberg gibt? In den vergangenen zehn Jahren hat uns die göttliche Vorsehung die Tiefen der Güte und Weisheit Gottes kundgetan. Es ist dieselbe eine, heilige, katholische und apostolische Kirche, die dem Petrusnachfolger Johannes Paul II. von Christus anvertraut ist; wir alle gehören zu dieser Kirche Christi, die überall in der Welt die innigste Vereinigung des Menschen mit Gott und die Einheit der ganzen Menschheit wirkt. So dürfen wir hoffen, daß alle Menschen, die heute durch vielfältige soziale, technische und kulturelle Bande enger miteinander verbunden sind, auch die volle Einheit in Christus erlangen (vgl. Vat. II, LG 1).

Die katholische Kirche in Ihrem Land trägt auch heute noch die Wunden der Verfolgung durch die Kräfte des Atheismus; vieles wurde zerstört, unterdrückt oder ausgelöscht; viele Menschen durften Gott und den Erlöser Jesus Christus nicht kennen. Die Christen sind heute noch eine kleine Herde, die sich jedoch nicht fürchtet und erkennbar wie jener Baum gedeiht, der aus kleinem Samen aufgehend zum großen Baum wird, in dessen Zweigen die Vögel des Himmels nisten werden. Noch gedeiht vielfach das Unkraut zusammen mit dem guten Weizen, und der Herr wird auch von Ihnen jene Geduld verlangen, die das Unkraut nicht ausreißt, damit der Weizen gedeihen und reifen kann kraft der Geduld der Christen. Es ist der Wille Gottes, der sich auch in der Geschichte Ihres Landes erfüllen wird.

Ich persönlich konnte manchmal in den vergangenen Jahren die zerstörten und verfallenen Kirchen besuchen; aber jedesmal mehr sah ich Fortschritte und Aufbau, obwohl Sie mit dem Nichts gleichsam beginnen mußten. Dem Erzbischof, den Bischöfen, den Priestern und Gläubigen gratulieren wir zu ihrem Mut, zu ihrem Fleiß und zu ihrer Treue. Ein sichtbares Zeichen der Zeit, das Priesterseminar und die Einrichtung der akademischen theologischen Studien steht heute im Mittelpunkt dankbarer Erinnerung und gläubiger Hoffnung. Mein Beitrag möchte heute auf das größte Zeichen unserer Zeit hinweisen: auf Papst Johannes Paul II., der mit seinen Zielen und Einsichten heute die Gnade dieser Stunde gestalte.

Wir feierten am 18. Mai den 80. Geburtstag des Papstes. Seit 16. Oktober 1978 dient Johannes Paul II. der Kirche als der Stellvertreter Christi; es sind viele Lebensjahre, die er ganz der Kirche als seinen Dienst geschenkt hat. Wir beten zu Gott, daß Johannes Paul II. noch lange mit uns den Weg geht, den er uns in tiefer Einsicht in die Liebe Gottes und in die Wahrheit über den Menschen lehrt.

Es gehört zur Botschaft des Papstes für den Menschen, daß jeder Mensch einmalig und unwiederholbar, von höchster und unübertreffbarer Würde ist. So etwas über den Menschen sagen und lehren kann niemand, wenn er nicht vom Geheimnis der allmächtigen Liebe Gottes und der Barmherzigkeit des Erlösers ergriffen ist.

Über den Menschen die tiefste Wahrheit zu verkünden, kann nur gelingen, wenn Gott selbst jenes Licht ist, welches das Geheimnis des Menschen erhellt. Johannes Paul II. ist durch sein Denken, Lehren, Glauben, Beten und Leben der große Lehrer der Menschheit geworden.

Johannes Paul II. wollte jedoch immer mehr als nur menschliche Weisheit über den Menschen lehren; er hat die Kirche, die Theologie und auch die Philosophie wieder an die einzigartige "Vorgabe des Göttlichen" erinnert, aus der der Mensch seinen Ursprung, seine unveränderliche Wahrheit, seine Würde und sein Heil empfängt. Von Gott her und nicht von zufälligen Resultaten der Geschichte wird der Mensch als Gottes geliebtes Geschöpf offenbar; so wird Johannes Paul II. im Begreifen des Menschen der Zeuge des ewigen Gottes und der Verkünder der Liebe des Erlösers und des ewigen Sohnes Gottes: Wissen wir von Gott, wissen wir auch die Wahrheit über den Menschen; kennen wir den Menschen, so ist der Mensch auch eine gültige Auskunft über Gott. So ist die Verkündigung über Gott und den Menschen, die das ständige Thema der Botschaft unseres Heiligen Vaters ist, eine ständige Bezeugung dessen, was der 1. Johannesbrief sagt: "Die Liebe besteht nicht darin, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat" (4,10). Was wir von Gott und vom Menschen glaubend begreifen sollen, muß jene "Vorgabe" aufspüren, die für alles Heilvolle der Ursprung und auch das Ziel ist.

Das heutige profane Denken ist ein Denken in Gegebenheiten, die Ergebnisse von geschichtlichen Vorgängen sind; es ist hier das faktisch Gemachte, das als Wirklichkeit und als Maßstab des Wissens und Erkennens gilt: Alles ist hier faktisch und zufällig; nichts ist allgemein gültig für alle und überzeitlich. An die Erfüllung einer göttlichen Vorgabe in der Welt und ihrer Geschichte will jedoch niemand glauben; damit verlieren die profan urteilenden Menschen von heute jeden Blick für die göttlichen Zeichen in Welt, Mensch und Geschichte; die "Zeichen der Zeit", von denen auch das II. Vatikanische Konzil spricht, verlieren in diesem profanen Bewußtsein ihre objektive Bedeutung und werden zu bloßen Signalen für Emotion und Sensation.

Das gesamte theologische Denken des Papstes hingegen beruht auf der Wirklichkeit und Vorsehung Gottes: Alles Geschehen erfüllt Gottes Pläne und ist in keinem Augenblick bloßer Zufall ohne einen Ursprung und ohne herrschendes Ziel. Auch wenn Johannes Paul II. seinen Blick auf die Gegenwart im besonderen richtet und er auf prophetische Botschaften verzichtet, ist er heute dennoch gleichsam der Prophet Christi, der einer in sich oft zerbrochenen und geteilten Welt jene Einheit schenkt, die die Menschheitsfamilie als den sakramentalen Dienst der Kirche braucht.

Heute getrauen sich nicht wenige Menschen zu fragen: Was hat denn dieser Papst getan, daß der gottlose Kommunismus gleichsam über Nacht zerbrochen und in sich zusammengestürzt ist? Wer diese Fragen mit faktisch feststellbaren "Ursachen" beantworten will, wird das Gefragte nicht befriedigend beantworten können; der Papst hat keine der üblichen Strategien angewendet und nicht auf politische Klugheit gesetzt, um den atheistischen Osten zu verändern.

Wir wissen bis heute nicht, was unsere Welt doch so nachhaltig verändert hat. Wir ahnen, doch wir wissen nicht, was eindeutig den Gang der jüngsten Geschichte beschreiben könnte. Dennoch wissen wir, daß die beiden letzten Jahrzehnte von Johannes Paul II. als der größten moralischen Autorität sehr wesentlich geprägt wurden. Wenn aber in diesen Jahrzehnten der gottesfeindliche Atheismus zerfallen ist, kann niemand behaupten, daß die Autorität und Botschaft des Papstes damit nichts zu tun hatten. Wo die Wahrheit sich als die Wahrheit Christi zeigt, dort verlieren die Lüge des Atheismus und die Gewaltmittel der Gottlosigkeit ihre Existenz, denn niemand kann seine Kraft gegen die Wahrheit einsetzen, sondern nur für die Wahrheit (vgl. 2 Kor 13,8).

Die Wahrheit von Gott und die Wahrheit über den Menschen ist durch Johannes Paul II. in Geschichte und Welt unserer Zeit hervorgetreten und hat damit Gewalt, Lüge, Unrecht und Menschenverachtung verdrängt und nichtig gemacht.

Niemand wird bestreiten können, daß Johannes Paul II. der größte Lehrer der an Christus orientierten Humanität war und auch heute ist. Denn niemand konnte mit Autorität die Würde des Menschen und die Menschenrechte dringender einfordern als er. Niemand hat mehr Fähigkeit zum Frieden bewiesen als er. Niemand konnte eine reinere Botschaft des Wohlwollens verkünden als der Stellvertreter Christi auf Erden.

Aber auch Johannes Paul II. widerfährt trotzdem wie Jesus Christus der Haß mancher Menschen, der Spott der Gottlosen, aber auch die Feigheit und der Verrat durch die eigenen Brüder. Dennoch sind seine Worte und Taten nichts anderes als ein Zeugnis dafür, daß er das Böse durch das Gute überwinden will. Für Johannes Paul II. ist alles "Seligkeit", was er um Christi willen verkünden, tun und erleiden darf.

Der Mensch ist mit Leib und unsterblicher Seele das Abbild des Schöpfers und das Kind Gottes durch Christi Erlösung. Dieser Mensch ist Person, der es wesentlich ist, eine unübertreffbare Würde von Gott und unverlierbare Menschenrechte zu haben. Wenn Johannes Paul II. immer wieder auf diese Personhaftigkeit des Menschen hinweist, ist dies nicht profaner Humanismus, der ohne Beziehung zu Gott vom Menschen in sich gilt. Wenn der Heilige Vater die Wahrheit über den Menschen verkündet, so sind die Prinzipien der theologischen Erkenntnis nicht profane und immanente Vernunftgründe, sondern jene Wahrheit von Jesus Christus, den wir als wahren Gott und als wahren Menschen glaubend bekennen.

Der wahre Mensch durch Christus ist das humanitäre Programm in Theologie, Pastoral und geistlichem Leben, das Vorgabe für die Erhellung des Geheimnisses eines jeden Menschen in seiner Einmaligkeit und Unwiederholbarkeit ist.

Es war immer notwendig, im Sein und Heil des Menschen Übernatur und Natur, menschliches Verdienst und göttliche Gnade, die Wege der Offenbarung und die Wege der erkennenden Vernunft genau und real zu unterscheiden. Ein Vernachlässigen dieser Unterscheidungen fiele zum Schaden der recht verstandenen Glaubenswahrheiten aus. Schließlich hat Johannes Paul II. der Theologie gerade in der Enzyklika "Redemptor hominis" einen Weg gewiesen, der den Unterschied bewahrt und dennoch eine Ganzheit sein kann; Was in der Theologie bislang im Unterschied stand, hat in der Personhaftigkeit des Menschen nunmehr eine lebendige Ganzheit.

Der Mensch ist ein vernunftbegabtes und freies Lebewesen, ein "animal rationale"; doch der Mensch, wie er als Ganzheit vor Gott und in der Welt steht, ist Person mit gottgeschenkter Würde und unverlierbaren Rechten. So machen nicht nur Vernunft und Freiheit den Menschen aus, um Person zu sein; der Mensch ist Person, weil und insofern er von Gott geliebt ist. In der Liebe Gottes zum Menschen besteht jenes Verhältnis, das Natur und Übernatur, Vernunfterkenntnis und Glauben, Freiheit und Sittlichkeit zusammenhält und eine unsterbliche und auf das ewige Heil geordnete Wirklichkeit des erlösten Menschen ist.

Was zu unterscheiden ist, ist in der Person schließlich eines und ewig, denn vom erlösten Menschen kann nichts Größeres gedacht werden, als daß er von Gott geliebt ist. In der Person finden Mensch und Gott jene Einheit, die Unterschiede bewahrt, aber Ausdruck eines Lebens in der Ganzheit der Person ist; die Wahrheit über den Menschen ist aber im letzten, daß Gott sich in Liebe mit dem Geheimnis und Dasein des Menschen verbündet hat.

Fast schon 20 Jahre liegt der 13. Mai 1981 zurück; dies war der Tag des Attentats auf den Papst. Die Menschheit bangte und weinte um ihn; doch Gott hat ihn seiner Kirche zu weiterem Dienst erhalten. Einige Wochen später konnte ich den Heiligen Vater fragen, ob er denn nun mehr auf seine persönliche Sicherheit achten werde; er sagte, daß er niemals es anders halten werde, denn seine Sendung sei es, zu den Menschen zu gehen, um die Wahrheit Christi zu verkündigen und den Menschen nahe zu sein. Der Papst hat Wort gehalten; unzählig sind seine Fahrten in alle Welt; jeder Besuch des Papstes wurde immer wieder zu einem Höhepunkt, zu einem Ereignis der Gnade und der Ermutigung für die Menschen.

Ein ganz besonderer Höhepunkt war vielleicht der kürzlich erfolgte Besuch des Heiligen Vaters im Heiligen Land, wo er auf den Spuren Jesu wandelte und auf die Wurzeln unseres Glaubens bei den Patriarchen und Propheten hinwies. Mit großer Leidensfähigkeit hat er die Mühsale dieser Reise auf sich genommen; er hat alle Klugen widerlegt, die meinten, daß der Papst zu alt und zu gebrechlich sei. Das Resultat dieser Pilgerreise können wir mit dem Wort beschreiben: "mirabilis Deus in sanctis suis" - wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.

Wunderbares wirkt Gott durch den Stellvertreter seines Sohnes; die ungerechten Pessimisten und Kritiker unterliegen immer wieder ihren selbstgemachten Wünschen; sie sind nicht fähig, der Kirche Gutes zu wünschen, wenn sie ständig nach vermeintlichen Zeichen von Gebrechlichkeit des Papstes suchen. Mit großer Hingabe und mit vielem Segen wird der Heilige Vater seinen Dienst für die Kirche tun. Auch die Tage des Alters werden ein Zeugnis der Liebe Christi sein, die ihn unablässig drängt.

Johannes Paul II. sieht das Werk der Erlösung in der göttlichen "Vorgabe", die im Menschen immer mehr offenbar werden muß; auch die Kirche ist in ihrem Wesen göttliche Vorgabe und nicht das "Resultat" irgendwelcher menschlicher und geschichtlicher Vorgänge. Mit Ehrfurcht und Treue begreift sich die Kirche als die Stiftung Christi, die sich nicht der menschlichen Machbarkeit unterwirft; was aus dieser Vorgabe kommt, ist göttlichen Rechts, das weder durch staatliche Gewalt noch durch Begehren des Volkes gebeugt werden kann.

Bei seinem dritten Pastoralbesuch 1998 in Österreich mußte der Papst klärende Worte zum Dialog sagen: Der Dialog ist wesentlich den Vorgaben der Glaubenslehre unterstellt; wer außerhalb der Glaubenslehre steht, kann nicht mit Engagement und Kompetenz einen heilsamen Dialog in der Kirche führen.

Johannes Paul II. läßt daher in der Frage des Weiheamtes z.B. nicht zu, daß eine Aufgabe das Amt begründet; es ist vielmehr die sakramentale Weihe, die das Amt konstituiert und durch die Kirche ordnet. In allen Fragen, die heute oft mit einem gewissen Übermut betrieben werden, antwortet der Papst mit dem Hinweis auf Jesu Willen: Wer die unauflösliche Ehe zerstört, verfällt dem Ehebruch; wer gegen den Willen Jesu das sakramentale Weiheamt begehrt, zerstört die Kirche; wer gegen die Würde des Menschen sündigt, der sündigt gegen Gott.

Alles, was Gott durch Christus wirkt, ist Kundgabe von Vorgabe und Geheimnis; auch der Mensch ist ein Geheimnis, das nur der Erlöser Jesus Christus erhellt. Geheimnis aber heißt viel mehr als bloß die Unzugänglichkeit eines Sachverhalts für die begreifende und erschließende Vernunft des Menschen. Ein göttliches Geheimnis ist wirklich, weil es in sich alles übersteigt, was menschlich machbar ist. So gehört das Geheimnis zum Vollkommensten und Heiligsten, über das hinaus der Mensch nichts Größeres denken kann.

Es sind nur wenige Päpste, die in einer vergleichbar langen Zeit als Petrusnachfolger der Kirche Christi dienten.

Bereits zum dritten Mal hat Johannes Paul II. in dieser Zeit Österreich besucht; er kam jedesmal zu uns, um uns im Glauben zu stärken und um die Menschenrechte als Gottesrechte zu verkünden. 1998, beim dritten Mal, hat der Papst uns drei Selige geschenkt, die für unser Land Vorbild und Fürsprecher sein sollen.

Nicht alles, was die Kirche in Österreich und Österreich im ganzen darzubieten hatten, konnte dem Heiligen Vater gefallen: Der regelmäßige Besuch der Sonntagsmesse ist spürbar zurückgegangen, obwohl man sich gerade von der Reform der Liturgie und von der Belebung des Pfarrlebens viel erwartet hatte. Die Glaubenslehre in der Theologie und im Religionsunterricht widmet sich oft nur mehr humanen Schwerpunkten und nicht mehr der Gestaltung des Lebens aus dem Gottesglauben. Trotz vieler Mühen und Diskussionen werden die gottgeweihten Ordensfrauen immer weniger; auch der Priesternachwuchs in Diözesen und Orden bereitet uns große Sorgen. Unsere einst so eifrige Mittelschicht in der Kirche ist kraftlos geworden, verdrossen und unorientiert. Die Beichte und die Gewissensbildung werden immer mehr zur Frage nach Selbstverwirklichung ohne Gottesfurcht. Besondere Sorge muß dem Heiligen Vater der Zustand vieler Familien und Ehegemeinschaften bereiten; viele junge Menschen sind zuchtlos geworden und verdrängen die Gebote Gottes aus ihrem Gewissen. Sie leben, als ob es Gott nicht gäbe. Der Glaube an Christus braucht die vorbehaltlose Übereinstimmung des Menschen mit der Lehre der Kirche in Glaube und Sitte. Auch unser Land muß die Übereinstimmung mit der Glaubenslehre der Kirche finden, auch in der Frage der päpstlichen Lehre, die uns Papst Paul VI. in "Humanae vitae" vorgelegt hat. Viele Probleme und Irritationen in der Kirche in Österreich leiten sich vom Dissens zu "Humanae vitae" ab.

Die Kirche in Mitteleuropa vor allem enttäuscht die Erwartungen Gottes. Aber es gibt auch weltweit blühende Teilkirchen, die in der Zahl der Gläubigen wachsen und viele geistliche Berufungen haben. Diese Länder sind heute die große Freude unserer Mutter Kirche; immer mehr setzt der Heilige Vater auf die Gläubigen dieser Länder, während andernorts scheinbar das Sterben verwaltet wird. Die Kirche Christi kann nicht untergehen und nicht zerstört werden; jede Not bringt immer wieder auch Gnade und Umkehr des Menschen. Dies verkündet auch unser Heiliger Vater, der für die ganze Welt der Zeuge der Geduld und Barmherzigkeit Gottes ist.

Wer die Wahrheit des Glaubens annimmt und danach lebt, für den kann es auch in der Kirche keine tödliche Krise geben. Jesus verheißt uns, daß er bei uns bis zum Ende der Zeiten bleiben wird; in der Wahrheit und Liebe Christi gibt es auch für uns den Weg zu Heiligkeit und Umkehr.

Täglich bezeugt uns der Heilige Vater: "Auf dich Herr habe ich gehofft, in Ewigkeit werde ich nicht zuschanden werden." Wir danken Gott für das Zeugnis, das uns der Petrusnachfolger Johannes Paul II. durch ein langes Leben und Wirken gewährt. Die besondere Liebe zur Gottesmutter Maria bezeugt uns der Papst durch den Wahlspruch "Totus tuus, ganz der deine, o Maria".

Lassen wir uns vom Heiligen Vater sagen, was Maria den Dienern auf der Hochzeit von Kana auftrug: Was Jesus euch sagt, tut es!


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Texte von Bischof Krenn werden im Internet auf hippolytus.net mit freundlicher Erlaubnis von Dr. Kurt Krenn publiziert. Verantwortlich: DI Michael Dinhobl und Dr. Josef Spindelb÷ck. Die HTML-Fassung dieses Dokuments wurde erstellt am 21.10.2000.

 

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